Wie Hund und Katz

 

Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

Der kleine Prinz von Antoine De Saint Exupéry

Ich bin Hundemama… mit Leib und Seele.

Trotzdem hat mich das Thema Katze nie in Ruhe gelassen. Aber mit meiner Katzenallergie schob sich das ganue in unendliche Ferne… aber ich konnte und wollte das nie wirklich akzeptieren und streichelte beinah jede Katze, die mir über den Weg lief. Inklusive juckender Augen und laufender Nase im Anschluss.

Einige Recherchen und einen Zufall später stieß ich auf die Homepage vom http://www.muffins-waldkatzen.de und war sofort begeistert. Doch entweder passten die Umstände nicht, oder das Geld… oder beides. So saß ich immer wieder traurig vor den wunderschönen Bildern der Kitten… übrigens ist der letzte Wurf mein absoluter Favorit! So wunderschöne Katzen!!

Nun ja… jedenfalls weiß ich aus der „Hundeszene“, wie viel eine gute und anständige Zucht wert ist (ich habe nie nach dem Preis gefragt!!) und da es für mich immer fest stand, das ZWEI Katzen einziehen würden (Einzelwohnungskatzenhaltung ist in meinen Augen Tierquälerei), schwommen auch hier meine Träume scheinbar in unendliche Ferne.

Bis ich mich erinnerte, das es Katzen gibt, auf die ich seltsamerweise nicht reagiere. Und die Idee reifte sehr schnell heran. Schließlich, ein Anruf, und einen Tag später saß ich im Tierheim Wannigsmühle im Katzenzimmer mit zwei Mutterkatzen und ihren Jungen und steckte die Nase in ein Fell… und die Symptome blieben aus! Nun hieß es nur noch wählen… schnell war es klar und schnell wurden aus Karl und Ilse Pech und Schwefel.

Die Heimfahrt verbrachten beide in einer Kiste bei den Hunden im Kofferaum, so war erstes beschnuffeln möglich. Zu Hause angekommen wurde das Wohn-und Esszimmer verriegelt und die Kiste geöffnet. Und schnell war klar… so schnell sehen wir die zwei nicht mehr vom Schrank runterkommen sehen.

Nein“, sagte der kleine Prinz, „ich suche Freunde. Was heißt ,zähmen‘?“

 

„Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache“, sagte der Fuchs. „Es bedeutet: sich vertraut machen „

 

„Vertraut machen?“

 

„Gewiß“, sagte der Fuchs. „Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebensowenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt …“

 

Der kleine Prinz von Antoine De Saint Exupéry

Nomen est Omen... Pech und Schwefel.

Nomen est Omen… Pech und Schwefel.

So war es letztendlich auch. Zwei Wochen lang haben wir die beiden nur sporadisch gesehen, wirklich raus kamen sie nur, wenn wir das Wohnzimmer verließen.

Die Hunde fanden die Katzen erst mysteriös, Casper fand sie sogar riiiichtig kacke… aber wenn Frauli sagt, wir sollen die Pfoten davon lassen… bitte.


Dann der erste Erfolg… Schwefel kam, wenn ich meinen Futterruf hören lies. Von da an war bei ihr das Eis recht schnell gebrochen. Es fing an, das Foxi sie beschnüffeln durfte, schließlich gab sie ihr sogar Köpfchen. Dann war ich dran… Sie ließ sich innerhalb kürzester Zeit streicheln, nahm mir Leckerlis aus der Hand und schließlich fing sie an, sich jeden Abend zu uns aufs Sofa zu setzen.

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generell sucht sie viel meine Nähe.

Nicht so Pech. Pech haute weiterhin ab, sobald man sich auch nur minimal bewegte, die Hunde fand er auf Höchste unglaublich sch**ße und überhaupt!! Und ich habe ihn gelassen. Habe nicht versucht ihn anzufassen, habe ihn in Ruhe gelassen. Wenn er nicht mag… bitte. Hauptsache es geht ihm gut.

Der Fuchs verstummte und schaute den Prinzen lange an: „Bitte … zähme mich!“ sagte er.

„Ich möchte wohl“, antwortete der kleine Prinz, „aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muß Freunde finden und viele Dinge kennenlernen.“

„Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“, sagte der Fuchs. „Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!“

„Was muß ich da tun?“ sagte der kleine Prinz.

„Du mußt sehr geduldig sein“, antwortete der Fuchs.

„Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus dem Augenwinkel anschauen, und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Mißverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich ein bißchen näher setzen können …“

Am nächsten Morgen kam der kleine Prinz zurück.

„Es wäre besser gewesen, du wärst zur selben Stunde wiedergekommen“, sagte der Fuchs. „Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. Je mehr die Zeit vergeht, um so glücklicher werde ich mich fühlen. Um vier Uhr werde ich mich schon aufregen und beunruhigen; ich werde erfahre, wie teuer das Glück ist. Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll … Es muß feste Bräuche geben.“

„Was heißt ,fester Brauch?'“

„Auch etwas in Vergessenheit Geratenes“, sagte der Fuchs. „Es ist das, was einen Tag vom andern unterscheidet, eine Stunde von den andern Stunden. Es gibt zum Beispiel einen Brauch bei meinen Jägern. Sie tanzen am Donnerstag mit dem Mädchen des Dorfes. Daher ist der Donnerstag der wunderbare Tag. Ich gehe bis zum Weinberg spazieren. Wenn die Jäger irgendwann einmal zum Tanze gingen, wären die Tage alle gleich und ich hätte niemals Ferien.“

Der kleine Prinz von

Antoine De Saint Exupéry
 

Seit ca zwei Wochen, also beinahe 3 Monate nach ihrem Einzug, fängt er jeden Tag ein bisschen mehr an, Vertrauen zu fassen. Keine wilden Fluchten mehr. Kein Fauchen, wenn die Hunde sich bewegen. Beim Futterruf begann auch er sich zu freuen und kam angelaufen. Letzte Woche dann nahm er das erste Mal ein Leckerli aus der Hand. Dann durfte ich ihn ganz kurz streicheln. Und gestern schließlich… seht selbst.

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Direkt neben mir auf dem Sofa. Das ist ein wunderschönes Gefühl. Pech kuschelte sich ganz selbstverständlich an Foxis Bauch. Ich musste eine gefühlte Ewigkeit wirklich, wirklich driiiiiiingend auf die Toilette und hab mich nicht getraut, diese Idylle zu zerstören. 😀

Es gibt für mich nichts schöneres, als wenn mir ein Tier sein Vertrauen oder sogar ein bisschen Liebe zeigt. Wenn ich mich umsehe und von all diesen tollen, wunderbaren Individuen umgeben bin. Schöner kann ich mir mein Leben nicht vorstellen.

Hast auch du schon einmal das Vertrauen und die Liebe eines Tieres geschenkt bekommen?

Liebe Grüße…

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4 Gedanken zu „Wie Hund und Katz

  1. individumel

    Oh Gott das ist so süß geschrieben. Total schön! Wir haben selber zwei Katzen und ich will Sie nicht missen. Unser Sam ist 12 Jahre alt und Toffee inzwischen auch schon 7 Jahre (wie die Zeit vergeht). Bei Sam handelte es sich eigentlich um den Kater meiner Schwiegereltern die mit uns im Haus wohnen, aber nachdem ich dort eingezogen bin war er fast nur noch bei uns. Jetzt wird er geteilt. xD mal unten kuscheln und mal oben. Was für ein Leben. ^^ Toffee kam hinzu nachdem die damalige Katze verstarb. Schnell war klar das wir wieder eine zweite brauchten und so durfte Toffee bei uns einziehen als Kitten. Ein Herz und eine Seele sind die beiden nur gelegentlich und vor allem wenn es Futter gibt. xD Man muss sich das Vertrauen eines tieres immer verdienen und ich bewundere auch immer was die Tiere einem alles zurück geben können. ❤

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  2. Alruna )O(

    Das kommt mir alles so bekannt vor 🙂
    Ich wollte auch immer Katzen, konnte aber nicht, wegen blöder Katzenhaarallergie. Dann liefen mir zwei Streuner zu, weil ich im Herbst Igel im Garten fütterte. Ich fing an mich um die beiden scheuen und abgemagerten Wesen zu kümmern, fütterte sie draußen, setzte mich immer in einigem Abstand dazu und rückte mit der Zeit immer näher. Nach einem halben Jahr durfte ich sie anfassen und merkte auf einmal, dass mir die Nase nicht mehr lief dabei. Nochmal ein ganzes Jahr später schlief die Katze schon bei mir im Bett, der Kater blieb lieber draußen.
    Als die Katze nach 5 Jahren (das war letztes Jahr im März) über den Regenbogen gehen musste, holten wir uns aus dem Tierheim zwei nicht vermittelbare Katzen. Mit viel Geduld und noch mehr Nerven sind beide total anhänglich und wunderbare Gefährten geworden. Kein Beißen mehr, die Wohnung bleibt ganz, sie kuscheln viel zusammen und noch mehr mit uns, und allmählich geht es auch mit unserem Streuner draußen und den beiden Neulingen ganz gut, nachdem sie in einer wilden Rauferei wohl einiges untereinander geklärt haben.
    Jetzt habe ich zwei Katzen mit im Bett und das Asthma ist nicht schlimmer geworden und die Nase läuft nicht mehr.

    Ich wünsche Dir allzeit Freude mit dem fellnasigen Familienzuwachs.
    Liebe Grüße
    Alruna

    Gefällt 1 Person

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